Distanzierungsarbeit

Distanzierungsarbeit beginnt dort, wo junge Menschen vermehrt verbal, visuell und/oder durch aktive Handlungen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auffallen. Der Ansatz der Distanzierungsarbeit wendet sich somit an Jugendliche, die gefährdet sind, den Einstieg in die rechtsextreme Szene zu vollziehen oder die angeworben werden könnten, aber auch an bereits in diese Richtung orientierte Jugendliche.

Distanzierungsarbeit hat zum Ziel, den Einstieg von gefährdeten Jugendlichen und jungen Menschen in die rechtsextreme Szene zu verhindern.

Die Distanzierungsarbeit steht als eigenständiges drittes Element neben der Präventionsarbeit (vorbeugende Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit) und der Ausstiegsarbeit (Loslösung aus Strukturen des organisierten Rechtsextremismus).

Die Notwendigkeit der Distanzierungsarbeit hat sich in der Pädagogik gesellschaftlich vor allem seit 2015 zunehmend manifestiert. Durch weltweite humanitäre Katastrophen in Krisen- und Kriegsgebieten erhöhte sich die Anzahl in Not geratener Menschen, die sich auf die Flucht begaben. In europäischen Ländern wird diese bis in die Gegenwart andauernde weltweite Migrationsbewegung vor allem durch rechtspopulistische Parteien und Initiativen verzerrt dargestellt. Menschenfeindliche Einstellungen, die laut der Forscher*innen der Mitte-Studien bereits lange vorhanden waren, sind in der Öffentlichkeit sichtbarer geworden. Sie münden häufiger als zuvor in menschenfeindliche Handlungen, auch fernab von organisierten rechtsextremen Kontexten.

Einstellungen und Handlungen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit treten seit 2015 vermehrt öffentlich auf.

Die starke mediale und öffentliche Thematisierung allgemeiner Abwertung von Menschen, verschiebt nach und nach die Grenzen des Sagbaren und Machbaren. Tabubrüche und deren Relativierungen wurden zu einer Strategie der Rechtspopulist*innen und menschenfeindlicher Initiativen. Ihre grenzwertigen Aussagen wirken auch in der Lebenswelt junger Menschen und beeinflussen ihre Vorstellungen. Das führt unter anderem dazu, dass sowohl Geschichtsrevisionismus als auch Verschwörungsglauben immer öfter in der Präventionsarbeit an der Tagesordnung sind. „Ich bin kein Nazi, aber …“ wurde zu einer gängigen Floskel und beschreibt deutlich die Notwendigkeit von Distanzierungsarbeit. Ein Ausstieg aus einer rechtsextremen Szene, ist nicht das Thema, weil kaum jemand, der vermehrt solche Aussagen tätigt, organisiert ist. Eine Distanzierung von den menschenverachtenden Einstellungen ist das eigentliche Arbeitsfeld.

Die Verschiebung der Grenze des Sagbaren und Machbaren hat die Vorstellungen von Normalität bei jungen Menschen verändert.

Um die Jugendlichen zu erreichen, arbeitet Distanz e.V. mit Methoden der politischen (-historischen) Bildung und jugendkultureller Medien-Praxis on- wie offline. Dabei verfolgen wir den Anspruch einer milieuübergreifenden Distanzierungsarbeit. Das bedeutet, dass wir unsere Arbeit niedrigschwellig im Sozialraum für unterschiedliche Milieus anbieten. Durch medien- wie jugendkulturelle Praxen bieten wir nicht nur eine politische Reibungsfläche für die Jugendlichen, sondern auch sinnstiftende Handlungsalternativen.

Distanz e.V. arbeitet milieuübergreifend sowie multidisziplinär und bietet Handlungsalternativen.

Wir holen die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt ab und arbeiten on- wie offline regional aufsuchend. Wir treffen die Jugendlichen sowohl in virtuellen Räumen als auch offline und arbeiten sowohl mit allen Schulformen als auch im außerschulischen Bereich z.B. mit Jugendclubs zusammen.

Aufsuchende Arbeit on- wie offline bedeutet: Wir holen die Jugendlichen dort ab, wo sie stehen – und gehen mit ihnen in eine andere Richtung weiter.

Gefördert durch

Logo und externer Link: Geförder von: Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"
Freistaat Thüringen, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Logo und externer Link: Denkbunt, Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit
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Mitglied bei

Logo und externer Link: Der Paritätische Thüringen