Das Distanzierungstraining

In Einzel- und Gruppentrainings begleiten wir junge Menschen dabei, sich von menschenfeindlichen und gewaltbefürwortenden Haltungen zu distanzieren. Durch systemisch-lösungsorientierte und die Reflexion unter­stützende Methoden werden Distanzierungsim­pulse gesetzt. Wir arbeiten gleichermaßen kritisch-konfrontativ und beziehungsstützend-zugewandt sowie humanistisch-respektvoll. Hierbei stehen die Ziele der Teilnehmenden im Fokus, nicht die Probleme. Wir nutzen jugendkulturelle, mediale und historische Interessen als Lebensweltzugang und zur Stärkung von Selbstwirksamkeit.

Das Distanzierungstraining beinhaltet eine Vielfalt an Orten, Methoden und Formaten.

Das Distanzierungstraining mit rechtsextrem gefährdeten oder orientierten Jugendlichen hat zum Ziel, Lebensperspektiven zu gestalten, die frei von demokratiefeindlichen, Gewalt befürwortenden, diskriminierenden und antihumanistischen Handlungen und Einstellungen sind. Ziel ist es, Jugendliche zu erreichen, bevor sie in verfestigte rechtsextreme Strukturen geraten und deren Weltbilder verinnerlichen. Teilnehmer*innen, bei denen eine verfestigte Einstellung und erste Ansatzpunkte für eine Szeneeinbindung auftreten, werden fallbezogen mit Ausstiegshilfen besprochen und gegebenenfalls übertragen.

Das Distanzierungstraining eröffnet produktive Lebensperspektiven außerhalb rechtsextremer Wertevorstellungen.

Ziele des Trainings

1. Die Distanzierung von menschenverachtenden Einstellungen und Verhalten anzustoßen, ist ein zentrales Ziel des Trainings. Dafür wird die Reflexion unterstützt, menschenfeindliche Aussagen werden bewusst gemacht und Lebenssituationen von diskriminierten Menschen werden thematisiert. Im Zuge dessen werden stufenweise Gruppenzuschreibungen und kollektive Abwertungen irritiert und alternative, menschenrechtsorientierte Perspektiven angeboten. Hierbei werden soziale Faktoren berücksichtigt, die das Verhalten des jungen Menschen oder die Gefährdung durch ihn bedingt haben.

Das Distanzierungstraining setzt neue Impulse, thematisiert die Zukunft und gestaltet das Jetzt. Es stärkt die Selbstreflexion und reduziert zukünftige Gewalthandlungen.

2. Die Reduzierung von gewaltbefürwortenden Einstellungen und gewalttätigen Handlungen sowie das Aufzeigen von Konsequenzen für die eigene Biografie und die möglicher Betroffener, sind Ziele des Trainings. Die Teilnehmer*innen werden in die Lage versetzt, eigene Konfliktmuster zu erkennen und alternative Einstellungen oder Strategien im Umgang mit eigenen Konflikten jenseits von Gewalt zu entwickeln.

3. Die Kompetenz der Selbstreflexion zu stärken und die Entwicklung eines konsistenten Selbstwerts sind die zentralen Entwicklungsaufgaben der Teilnehmer*innen. Im Zuge dessen werden je nach Bedarf der Teilnehmer*innen soziale Kompetenzen gestärkt, die resilient gegen Abwertungsmuster wirken, wie z. B. Empathiefähigkeit, die Fähigkeit zum Perspektivwechsel und Ambiguitätstoleranz.

4. Die Entwicklung von eigenen individuellen Lebensperspektiven und von sinnstiftenden Alternativen zur rechtsextremen Orientierung sind weitere Ziele des Distanzierungstrainings. Die Teilnehmer*innen werden beim Finden einer produktiven (jugendkulturellen) Freizeitgestaltung unterstützt. Auch das Thema Zukunftsplanung wird in den Blick genommen, um den Teilnehmer*innen Orientierung und Entlastung zu bieten.

Material und Downloads

Infos zu Distanzierungstrainings im Projekt D-Netz (PDF, ca. 300 KB)

Gefördert durch

Logo und externer Link: Geförder von: Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"
Freistaat Thüringen, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Logo und externer Link: Denkbunt, Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit
Logo und externer Link: Robert Bosch Stiftung

Mitglied bei

Logo und externer Link: Der Paritätische Thüringen