Anti Hate Bubble-Approach

Das Projekt „Anti-Hate-Bubble-Approach – Digitale Distanzierungsarbeit für einen demokratischen Dialog“ hat die These: Online- und Offline-Lebenswelten lassen sich nicht mehr voneinander trennen. So findet ein erheblicher Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation und Information mittlerweile online statt. Mehr noch gilt das Web als das Informations- und Vernetzungsmedium schlechthin. Dies hat keine unerheblichen Auswirkungen auf junge User*innen, birgt doch die unreflektierte Nutzung von z.B. Social Media-Plattformen die Gefahr der Falschinformation und Abschottung in heikle Lebenswelten und einseitige Informationskanäle.

Distanz e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Online-Lebenswelt als Zugang zu nutzen, um die digitale Distanzierungsarbeit als einen langfristigen Arbeitsschwerpunkt des Vereins zu etablieren.

Erfahrungen aus der Distanzierungsarbeit werden auf eine Online-Situation übertragen und als Arbeitsschwerpunkt des Vereins entwickelt.

Das Projekt Anti-Hate-Bubble-Approach hat zum Ziel, das Abschotten von Lebenswelten in Filterblasen zu durchbrechen. Für dieses Vorhaben werden die Erfahrungen aus der Distanzierungsarbeit auf den Online-Kontext übertragen und Grundlagen für eine digitale Distanzierungsarbeit erarbeitet. Hierbei kooperieren wir mit den Expert*innen von Diskutier Mit Mir. Der Verein Diskutier Mit Mir hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Hilfe von digitalen Diskussions-Tools den demokratischen Diskurs in Deutschland und Europa zu stärken. Daran anknüpfend entwickeln wir gemeinsam mit dem Projekt „Radikalisierung im digitalen Zeitalter“ der Universität Greifswald den innovativen Anti-Hate-Bubble-Approach. Die Robert-Bosch-Stiftung fördert dieses Modellprojekt.

Die Diskutier-mit-mir-App ermöglicht einen anonymen 1:1-Chat mit den Jugendlichen.

Die bestehende App von Diskutuer mit mir e.V. wird auf den pädagogischen Kontext übertragen und den Jugendlichen ein Gespräch auf Augenhöhe angeboten. Das Projekt hat zum Ziel, insbesondere die Personen zu erreichen, die offline schwer zugänglich sind. Eine anonyme Chatsituation soll hierbei eine Brücke bauen, um auch diese jungen Menschen zu erreichen. Im Fokus stehen hierbei junge Menschen, die rechtsextreme Gefährdungslagen aufweisen und ein hohes Bedürfnis nach politischer Reibung haben.

Der anonyme digitale Raum kann zwar enthemmte Hassreden fördern, und Algorithmen bergen die Gefahr, dass sich Menschen in meinungsbildenden Echokammern radikalisieren. Auch machen sich mitunter rechtsextreme Kräfte das Internet und die Funktionsweise von Social Media-Plattformen zunutze, um gezielt Fake News zu verbreiten. Diese entfalten dahingehend große Wirkung, dass sie an Ängste anknüpfen, diese schüren und verstärken. Allerdings besteht unsere Grundannahme darin, dass das Netz ebenso das Potenzial hat, Ansprachemöglichkeiten zu schaffen und somit anonym-vertrauliche Reflexionsräume anzubieten. An dieser Stelle wollen wir ein Setting herstellen, das eine konstruktive, deeskalierende Gesprächssituation bietet.

Wir wollen rechtsextremen Kräften nicht das Netz überlassen. Wir nutzen die die Vorteile der Netzwelt und ermöglichen produktive Gespräche.

Der angestrebte Zugang zu Online-Lebenswelten von rechtsextrem gefährdeten oder orientierten Jugendlichen wird die Arbeit von Distanz e.V. flankieren und ergänzen. Den im Projekt erreichten Jugendlichen werden im Anschluss von uns Distanzierungstrainings im Offline-Kontext angeboten.

Wir beginnen online – machen aber offline weiter!

In Kooperation mit:

Gefördert durch:

Logo und externer Link: Robert Bosch Stiftung

DigitalDabei! Förderinitiative für Vielfalt, Teilhabe und Demokratie