Zugang

Ein verlässlicherer und stabiler Zugang zu den Jugendlichen ist die entscheidende Herausforderung in der Umsetzung der Distanzierungstrainings. Wir können zum einen über jugendkulturelle Bildung lebensweltorientiertes Interesse ansprechen und so Beziehungen stiften. Ein wichtiger Zugang sind ebenso sensibilisierte und engagierte Multiplikator*innen in Regelstrukturen, die Jugendliche regelmäßig sehen und Beziehungen mit den Jugendlichen nutzen können. Für diese Ansprache stehen wir mit Beratungsangeboten zur Verfügung. Über diese Methodik der multiplikator*innenbasierten Ansprache werden die Jugendlichen in ihren individuellen Problemlagen/Bedürfnissen angesprochen und für Vorgespräche hin zu einem Distanzierungstraining motiviert.

Grundsätzlich erreichen wir die Zielgruppe der rechtsextrem-gefährdeten und -orientierten Jugendlichen milieuübergreifend durch kurzzeitpädagogische Schulprojekttage. Wir setzen außerdem Jugendkultur- und Medien-Workshops im Rahmen der offenen Jugendarbeit um. Darüber hinaus kommt es durch unsere Netzwerkarbeit und Beratung zu enger Zusammenarbeit mit Multiplikator*innen wie Schulsozialarbeiter*innen und Jugendclubmitarbeiter*innen, die über beziehungsgestützte Ansprache, Jugendliche erreichen können.

Die Zielgruppe der sozial-benachteiligten Jugendlichen befindet meist aufgrund von dissozialen Verhaltensweisen oder familiären Belastungssituationen bereits in Jugendamtsstrukturen oder hat bereits verschiedene Hilfeinstanzen durchlaufen. Die betroffenen Jugendlichen sind verstärkt in staatlichen Förderstrukturen (Berufsvorbereitendes Jahr, Jobcenter-Maßnahmen etc.). eingebunden und somit dort über die beteiligten Multiplikator*innen erreichbar. Wichtig ist hier eine enge Zusammenarbeit mit den Instanzen der Systeme von Hilfen zur Erziehung (HzE), Diversionsverfahren etc., um für die Vermittlung in Distanzierungstrainings zu sensibilisieren.

Für die Ansprache der Zielgruppe der sozial-integrierten Jugendlichen gilt es, ein Setting herzustellen, das geeignet ist, die Mauer an sozial-erwünschtem Antwortverhalten zu durchbrechen. Hierbei wird versucht z.B. über das Bedürfnis nach politischer Reibung (mit Wahrung des Effekts der rhetorischen Schulung), einen politisch und persönlichen Austausch on- wie offline zu erreichen.